Freitag und Robinson
Klassenzimmerstück von Adrian Mitchell,
Deutsch von Cilly Lutter
Wer kennt sie nicht die Figur des Robinson, der allen Widrigkeiten zum Trotze sein Leben auf einer einsamen Insel meistert, und dem es gelingt den „Wilden schwarzen Mann“ die westliche Sicht auf die Welt beizubiegen. Defoe hat mit Robinson einen Archetypen geschaffen, wie Homo Faber oder Don Quijote, die ebenso verblendet ihre Sicht der Dinge vertreten, ohne im Mindesten an sich oder an den von ihnen vertretenen Werten zu zweifeln. Adrian Mitchell nun hat den Spieß umgedreht und stellt damit die westliche Welt auf den Kopf. Freitag, nun glücklich wieder zu seinem Stamm (in diesem Falle dem Publikum) zurückgekehrt, erzählt von seiner Begegnung mit dem Menschen Robinson, dem „rotgesichtigen Monster“. Freitag gibt vor, Robinsons Bemühungen ihn zu zivilisieren zu folgen und stellt in der Folge nahezu alles in Frage, was Robinson für wichtig und richtig hält….
In der Inszenierung der Choreografin und Regisseurin Nanna Przetak, wird mithilfe des Burkinabé Ouelgo Tené getrommelt, getanzt, gesungen, erzählt, gespielt, geschossen, geliebt und gehasst und am Ende muss sich der „Stamm“ fragen lassen „wer hat Angst vorm weißen Mann“…
Inszenierung: Nanna Przetak
Dramaturgie: Peter Przetak
Freitag: Ouelgo Tené
Robinson: Ralph Jung
Regieassistenz: Anne Hart